Donnerstag, 7. Januar 2016
Sabbatical
„Wer mit mir kommen und die Zeit der Rosenblüte in Isfahan sehen will, der mache sich gefasst auf unermessliche Ebenen, so hoch gelegen wie die Gipfel der Alpen, bekleidet mit niedrigen Kräutern und seltsamen bleichen Blüten, wo nur hin und wieder ein aus taubengrauem Lehm erbautes Dorf auftaucht, mit seiner kleinen baufälligen Moschee, deren Dom von entzückenderem Blau ist, als das eines Türkis.
Wer mit mir kommen und Isfahan unter dem schönen Maienhimmel sehen will, der bereite sich vor auf lange Märsche in der sengenden Sonne, bei den rauen kalten Winden der höchsten Regionen.
Wer mit mir kommen und die Zeit der Rosenblüte in Isfahan sehen will, der mache sich gefasst auf die Gefahren eines Rittes über unwegsame Pfade und auf das Gewirre der Karawansereien, wo man übereinander geschichtet in einer Nische aus gestampftem Lehm zwischen Mücken und Ungeziefer schläft.
Wer mit mir kommen und die Zeit der Rosenblüte in Isfahan sehen will, der entschließe sich, langsam in Etappen an meiner Seite zu wandeln, so wie im Mittelalter.“

So beginnt das Buch „Reise durch Persien“ von Pierre Loti, der 1900 von Bandar Bushehr am Persischen Golf mit Pferden aufgebrochen ist, um Isfahan zu erreichen.

... link (0 Kommentare)   ... comment